#11: Die Strategie-Lücke: Warum dein Leitbild dich täglich bares Geld kostet
Shownotes
Schluss mit dem Bullsh*-Bingo an der Wand und auf der Webpage. Die meisten Inhaber verdrehen bei den Begriffen „Vision“ und „Werte“ die Augen. Zu Recht – wenn sie nur gut klingen, aber im Alltag nichts bewirken.
In dieser Folge zeige ich dir, wie du dein Unternehmensleitbild in ein echtes Führungsinstrument verwandelst. Ein Leitbild ist keine Werbung, sondern Unternehmensstrategie. Es dient deiner Entlastung als Inhaber, weil es jedem Mitarbeiter glasklar sagt, wie in Konfliktsituationen zu entscheiden ist –, ohne dass sie dich fragen müssen.
Was du in dieser Folge lernst:
- Vision vs. Motto: Warum eine echte Vision beantwortet, wie die Welt deines Kunden besser wird.
- Werte als Konfliktregeln: Warum ein Wert erst dann einer ist, wenn er dich kurzfristig Geld kosten darf.
- Strategische Ziele: Wie du eine Zielarchitektur aus Ergebnis-, Treiber- und Stoppzielen baust.
Der Härtetest: Die Übung mit den 10 Streitfällen, die sofort Klarheit schafft. Hör rein, wenn du aufhören willst, die „Feuerwehr“ in deinem eigenen Betrieb zu sein.
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Dieser Podcast ist eine Produktion von STUDIO VENEZIA – the podcast company:https://www.studiovenezia.de
Transkript anzeigen
00:00:01: Herzlich Willkommen zum Work Hard But Smart Podcast.
00:00:05: Dem Podcast für Unternehmerinnen und Unternehmer.
00:00:08: Ich bin Olaf Rosenbaum.
00:00:09: Ich bin Steuerberater und Strategieberater.
00:00:11: In diesem Podcast zeige ich dir, wie du aus deinem Betrieb ein strukturiertes und profitabeles Unternehmen machst.
00:00:16: Du bekommst Anregungen, du bekommst Impulse, Denkanstöße, aber vor allem klare, direkt umsetzbare Tipps, mit denen du, wenn du willst, morgen schon loslegen kannst.
00:00:25: Ohne Bullshit Bingo, ohne Berater, bla, bla.
00:00:27: Danke, dass du dabei bist und du nicht lang schnacken.
00:00:30: Rein ins Vergnügen.
00:00:35: Herzlich willkommen in Folge elf des Workhardware SmartPodcasts.
00:00:39: Heute mit einer Folge, bei deren Thema die meisten von euch instinktiv gelernt, vermutlich die Augen verdrehen werden.
00:00:48: Es geht um das Unternehmensleitbild.
00:00:51: Es geht um Vision, Mission, Werte und um langfristige strategische Unternehmensziele.
00:00:59: Warum verdrehen viele dabei die Augen?
00:01:03: Wenn ich Visionen habe, dann gehe ich zum Arzt.
00:01:05: Aber die meisten kleinen Unternehmen haben eben genau kein Unternehmensleitbild.
00:01:12: Und wenn ich meine Job gut gemacht habe, dann weißt du am Ende der Folge, wie du Visionen, Missionen, Werte und strategische Ziele so formulierst, dass sie dir im Alltag Entscheidungen abnehmen, anstatt nur gut zu klingen.
00:01:27: Du wirst vier Dinge erkannt haben.
00:01:29: Du erkennst den Unterschied zwischen Vision und Mission als Motto oder Vision und Mission als Führungsinstrument, denn Vision und Mission ist ein Führungsinstrument.
00:01:40: Du kannst Werte so formulieren, dass sie für dich Zielkonflikte entscheiden und nicht nur Zustimmung erzeugen.
00:01:46: Das Dritte ist, du setzt strategische Ziele so ein, dass sie deine Werte durchsetzt sein, statt sie zu untergraben.
00:01:53: und das Vierte ist Du weißt, weshalb die Formulierung eines Unternehmensleitbildes nicht in die Hand von Werbeagenturen gehört.
00:01:59: Denn Leitbild ist Unternehmensstrategie und nicht Werbung.
00:02:05: Sehr wichtig.
00:02:06: Diese vier Punkte sind deswegen relevant, weil du als Unternehmer, als Inhaber nicht zu wenig arbeitest, sondern du bist immer die letzte Instanz.
00:02:14: Du arbeitest permanent als letzte Instanz.
00:02:18: Und ein gutes Unternehmensleitbild ist nicht nur Kultur, sondern sie ist Entlastung durch Klarheit, nämlich deine Entlastung, weil jeder Mitarbeiter in deinem Unternehmen und tatsächlich auch du selber weißt, wo der Hase längst hobbelt und deswegen musst du die Entscheidungen nicht treffen.
00:02:36: Lass uns doch mal gucken, wie das so in so einem Standardunternehmen aussieht.
00:02:41: Montagmorgen sozusagen.
00:02:43: Acht Uhr siebzehn.
00:02:44: Du hast so nie mal deinen Kaffee in der Hand und dann kommt eine Nachricht.
00:02:47: Ein langjähriger Kunde ist unzufrieden, weil ihr Scheiße gebaut habt und der hat zwar recht, überzieht aber total und der möchte, dass ihr sofort auf der Platte steht und nacharbeitet und das Ganze natürlich auch kostenlos.
00:03:00: Und jetzt steht ein Team im Türrahmen bei dir im Büro und stellt dir die Frage, die eigentlich jeder versteht, aber die keiner beantworten kann.
00:03:10: Nämlich, sollen wir jetzt Kulant sein?
00:03:11: Machen wir das?
00:03:12: Oder setzen wir unsere Regeln durch?
00:03:15: Und dann müsstest du eigentlich merken, das geht gar nicht um den Kunden, sondern es geht um die Logik in deinem Unternehmen.
00:03:20: Es gibt keine Metrik, es gibt keine Logik, die den Mitarbeitern diese Entscheidung abnimmt.
00:03:26: Es ist nicht formuliert, oder aber wenn es denn formuliert ist, ganz offensichtlich nicht gelebt.
00:03:31: Ja, und das Problem ist jetzt, scheißegal, wie du dich entscheidest, du baust ein Präzidenzfeil.
00:03:37: Und dein Team guckt sich ganz genau an, wie entscheidest du.
00:03:40: Und jetzt stell dir vor, das machst du öfter.
00:03:42: Dass ein Sachverhalter permanent passiert.
00:03:45: Und mal entscheidest du so und mal entscheidest du so.
00:03:48: Das Ergebnis daraus ist Chaos.
00:03:51: Ja, das Team weiß nicht, wie es entscheiden soll.
00:03:53: Also fragen sie lieber dich, bevor sie einen Fehler machen, weil es keine konsistente Entscheidungsrichtigen gibt.
00:03:59: Selber Tag.
00:04:00: Und drei zu nur vierzig, der nächste Konflikt.
00:04:04: Ein Auftrag kommt rein.
00:04:05: Eigentlich passt er nicht so richtig.
00:04:06: Der Kunde passt nicht.
00:04:07: Die Anforderungen, die der Kund hat, die sind so einigermaßen defus.
00:04:10: Der Preis wird gedrückt.
00:04:12: Aber es ist ja Umsatz.
00:04:15: Und Umsatz fühlt sich erstmal super an.
00:04:17: Und Umsatz gibt ja auch Sicherheit.
00:04:20: Und wieder kommt die Frage, Chef, sollen wir den Auftrag annehmen oder lassen wir den Auftrag liegen?
00:04:25: Oder aber, du selbst stellst dir die Frage, sollen wir diesen Auftrag jetzt annehmen oder lassen wir ihn liegen?
00:04:32: Dann kommt Mittwoch, ja du führst ein Bewerbungsgespräch, Mitarbeiterin, Mitarbeiter, fachlich eigentlich super, ja menschlich, du weißt nicht so genau, ob dieser Mitarbeiter ins Team passt.
00:04:45: Doch, eigentlich weißt du, dass du spürst, dass schon dein Bauch sagt, das wird vermutlich nicht gut gehen, aber du brauchst ja Leute und deswegen stellst du den ein oder auch nicht.
00:04:56: Und genau diese Frage musst du dir immer dann stellen, wenn du keine Leitlinie hast, die dich dahin führt, die dir sagt, nee, Passung im Team geht vor Fachqualifikation.
00:05:06: Wenn das deine Leidlinie ist, dann ist die Frage beantwortet und jeder im Unternehmen kann sie beantworten.
00:05:11: Und wenn du jetzt da an deinem Radioapparat sitzt und sagst, jup, das kommt mir bekannt vor entweder alle drei Fälle oder einer davon, dann sind wir mitten im Thema.
00:05:22: Genau um solche Entscheidungen zu erleichtern, ist ein Leidbild da und es ist eben nicht für die Webpage, sondern genau für exakt diese Situation und alle Artverwangen.
00:05:34: Die meisten Leitbilder stehen aus vier Überschriften.
00:05:38: Erstens Vision, zweitens Mission, drittens Werte, viertens strategische Ziele.
00:05:45: Und das ist auch nicht falsch.
00:05:47: Das ist eine gute Struktur, die ist etabliert.
00:05:50: Ich muss dazu sagen, in der Praxis werden Vision und Mission permanent miteinander verwechselt oder sie werden synonym verwendet.
00:05:58: ja also vision gleich mission oder wie auch immer ich habe mich irgendwann mal entschieden.
00:06:04: für mich ist die vision das warum das why also der grund weshalb unternehmen existiert.
00:06:10: ja es gibt wie gesagt literatur die sagt die mission sei genau das.
00:06:14: andere literatur sagt was anderes.
00:06:15: ich habe eine entscheidung getroffen und für diesen podcast und für mich gilt vision gleich.
00:06:21: das warum also Vision, Mission, Werte, strategische Ziele ist nichts gegen einzuwenden, gute Struktur.
00:06:29: Aber die meisten Leitbilder sterben an zwei Dingen.
00:06:32: Erstens, diese Leitbilder sind nicht konfliktfähig.
00:06:35: Die schreiben einen Idealzustand, aber die sagen nicht, was passiert, wie du dich entscheiden musst und werden irgendwas kollidiert.
00:06:44: Und das Zweite ist, diese Leitbilder sind nicht anschlussfähig an Prozesse.
00:06:50: Die hängen irgendwo an der Wand, Aber sie werden nicht benutzt.
00:06:54: Du nimmst sie nicht im Recoding her.
00:06:56: Du richtest deinen Feedback nicht anhand des Leitbildes aus.
00:07:00: Du benutzt das Leitbild wieder in Meetings, noch in Gesprächen mit den Mitarbeitern.
00:07:05: Das Ergebnis ist doof, aber logisch.
00:07:08: Wenn du zum Beispiel als Leitbildqualität irgendwo hast, das interpretiert jeder anders.
00:07:13: Kundennähe.
00:07:15: Kann mal bedeuten, wir machen alles möglich, mal bedeutet, dass wir sind freundlich zu unseren Mitmenschen und mal bedeutet, dass irgendwas anderes.
00:07:23: Ziele drücken auf Tempo, Werte predigen Sorgfalt.
00:07:27: Was willst du denn jetzt?
00:07:28: Willst du Tempo oder willst du Sorgfalt?
00:07:32: Und damit provozierst du eins.
00:07:33: Du als Inhaber des Unternehmens oder als Führungskraft wirst wieder Entscheider für alles, weil keine Verhaltenssicherheit da ist.
00:07:43: Ein Leitbild ohne eine Konfliktlogik darin erzeugt keine Einheit, sondern erzeugt ausschließlich Debatten.
00:07:51: Und Debatten kosten in kleinen Unternehmen nicht nur Zeit, sondern die kosten Geld und vor allem kosten sie Energie und sie nehmen komplett den Schwung aus deinem Tag.
00:08:03: Du laberst und laberst um das Kaisersbad.
00:08:06: Zum achtundzwanzigsten Mal erzielst du dieselben Dinge, weil du dich nicht.
00:08:10: geregelt hast, weil es kein Leitbild gibt als Leitfaden für dich und deine Mitarbeiter.
00:08:16: Und dann musst du halt mehr sabbeln.
00:08:18: Also die spannende Frage, die sich stellt ist, wie baust du Vision, Mission, Werte und strategische Ziele so auf, dass sie Achtung als ein System funktionieren, dass die im Alltag Entscheidungen abnehmen.
00:08:34: Gehen wir mal die vier Bausteine durch, aber nicht so als Textarbeit, sondern wir bauen Betriebssystem auf damit.
00:08:39: Denn ihr wisst ja, System schlägt Intensität.
00:08:43: Viele Visionen klingen in etwa so.
00:08:46: Wir wollen der führende Anbieter in Norddeutschland sein.
00:08:49: Da ist eine super Sache.
00:08:51: Als Führungsinstrument ist das aber viel zu schwach, weil es im Alltag keine Entscheidungen erzeugt.
00:08:58: Ja, also wie soll ich mich denn entscheiden, wenn ich das lese, wir wollen der führende Anbieter in Norddeutschland sein?
00:09:03: Was muss ich jetzt tun als Arbeitnehmer oder tatsächlich auch als Unternehmer, also als du selbst?
00:09:09: Führen kann heißen, du bist billiger, du bist schneller, du bist größer, du bist bekannter.
00:09:17: Das kann im Grunde nach alles und nix bedeuten.
00:09:21: Und vor allen Dingen sagt es aber auch nicht, wie die Welt für den Kunden besser wird.
00:09:26: Also warum existierst du?
00:09:27: Warum ist die Existenz deines Unternehmens ein Segen für die Menschheit, ein Segen für den Kunden?
00:09:35: Und eine Vision, die als Führungsinstrument taugt, beantwortet Die Frage, wie soll die Welt für unseren idealen Kunden aussehen, wenn wir unseren Job richtig machen?
00:09:48: Die meist formulierten Visionen aber beantworten nur eine Frage, was sind wir?
00:09:54: Wir sind der führende Anbieter in.
00:09:55: Wir machen die tollsten Schrauben.
00:09:57: Wir sind die besten Rechtsanwälte, die seit ZSRIO Pekos.
00:10:02: Stell dir mal einen kleinen Sanitärbetrieb vor.
00:10:05: Der Kunde möchte seine Heizung modernisieren.
00:10:09: Und der Kunde hat aber Angst, wie die meisten Kunden vor Baustellenkarriers, vor Terminverschiebungen, vor Kosten, die nicht im Angebot stehen.
00:10:17: Stell dir jetzt vor, deine Vision würde lauten, unsere Kunden können technische Modernisierungen beauftragen, ohne dass ihr Alltag auseinander fällt.
00:10:26: Ist das eine Supervision?
00:10:28: Weiß nicht, lass dir unser Beispiel mal nehmen.
00:10:30: Der Unterschied ist aber, unsere Kunden können technische Modernisierung beauftragen, ohne dass ihr Alltag auseinander fällt.
00:10:37: Das ist keine Poesie, das ist Wirkung, das ist eine Ansage.
00:10:43: Und der Kunde kann sich dann darauf verlassen, jedenfalls sollte er es können.
00:10:50: Oder wenn jemand Steuerbereiter, die Vision könnte lauten, unsere Mandanten verstehen ihre Zahlen so, dass sie bessere Entscheidungen treffen, bevor es eng wird.
00:10:59: Dabei habt ihr ihn warum formuliert.
00:11:01: Warum ist es gut, dass ihr für den Mandant existiert, weil er bessere Entscheidungen treffen kann?
00:11:06: Wieder Wirkung.
00:11:08: Ja, vor Poesie, vor Marketing, bla bla und bullshit bingo.
00:11:15: Jetzt stell dir mal vor, du hättest eine Vision formuliert für dich und in zwei Jahren müsstest du dein Angebot austauschen.
00:11:23: Also mit anderen Worten musst du ein Produkt rausnehmen oder ein anderes Produkt hinzufügen.
00:11:27: Würdet deine Vision dann trotzdem noch funktionieren?
00:11:31: Wenn ja, dann hast du eine Vision.
00:11:33: Wenn nein, hast du eine Produktbeschreibung.
00:11:37: Warum jetzt ist die Vision gerade für kleine Unternehmen so immens wichtig?
00:11:41: aus meiner Sicht?
00:11:42: Weil kleine Unternehmen permanent in der Gefahr sind, sich über die Aufträge durch einen Garten treiben zu lassen.
00:11:49: Ja, Unternehmer sind häufig auftragsfixiert, sie sind umsatzfixiert, sie nehmen alles an, was nicht bei drei auf dem Baum ist.
00:11:57: Und ich muss ja Umsatz machen, ich muss ja Einnahmen haben, mein Personal muss ja bezahlt werden und so weiter.
00:12:02: Diese üblichen Bullshit Argumente, die dann immer kommen, wenn man davon redet, dass du auch mal Aufträge ablehnen musst, weil nämlich deine Vision vorzugsweise darstellt, was du tust und was du nicht tust.
00:12:19: Wenn wir unsere Vision, die wir uns aufgebaut haben, ernst meinen, dann müssen wir in einer Konfliktsituation, also nehme ich den Kunden an oder nicht, nehme ich den Auftrag an oder nicht, da müssen wir so entscheiden, dass unsere Vision Wirklichkeit werden könnte.
00:12:35: Wenn wir das nicht machen, dann könnt ihr die Vision von der Wand reißen und ins Klo spülen.
00:12:40: Die Vision ist kein Marketingsprech, das ist nicht für die Overpage, das ist eure Light Planke.
00:12:46: Daran orientiert ihr euch.
00:12:47: Das ist das, warum ihr da seid.
00:12:50: Du kannst also nicht immer den billigsten Preis machen.
00:12:53: alles möglich machen und nebenbei auch noch strukturiert arbeiten.
00:12:56: Das wird nicht funktionieren, sondern du erzeugst Chaos und klare Grenzen, engen nicht eins, sondern klare Grenzen bauen Systeme und Systeme erhöhen die Geschwindigkeit.
00:13:08: Immer.
00:13:09: System schlägt Intensität.
00:13:12: Immer.
00:13:13: Im Übrigen noch ein Gedicht dazu.
00:13:16: Ich nehme jeden Auftrag an, weil ich muss ja Geld verdienen.
00:13:19: Ganz klipp und klare Ansage aus ungefähr gefühlten neunhundert Jahren Beratererfahrung.
00:13:24: Wenn du alles für jeden tust, dann hast du sehr viel zu tun.
00:13:29: Aber du verdienst kein Geld.
00:13:30: Schwöre ich dir, kann ich dir beweisen, kann ich dir Hunderten von BWA zeigen, in denen genau das drin steht.
00:13:36: Oder vielleicht guck einfach auf deine eigene, vielleicht steht es da ja auch so drin.
00:13:40: Gucken wir uns mal an, was die Mission soll.
00:13:43: Die Mission wird häufig verwechselt mit so einem Satz, der anfängt mit, was wir anbieten.
00:13:48: Also da kommt so eine Art Leistungskatalog.
00:13:52: Wir bieten hochwertige Dienstleistungen im Bereich sowieso.
00:13:54: Das ist aber kein Fokus, das ist eine Unternehmensbroschüre.
00:13:58: Sondern eine Mission, die wirklich dein Unternehmen führt, beantwortet vier Dinge.
00:14:02: Erstens, für wen arbeiten wir primär?
00:14:06: Primär heißt, ihr könnt auch mal für andere arbeiten, aber primär arbeitet ihr für die, die in eurem Mission genannt sind.
00:14:14: Welches Problem löst ihr?
00:14:16: Welches Kernproblem löst ihr für eure Kunden?
00:14:21: Wie tut ihr das?
00:14:23: Also was ist der Ansatz?
00:14:24: Wie macht ihr das?
00:14:25: Und ganz wichtig, wenn das in eurer Mission auch noch mit drin steht, was können wir nicht?
00:14:31: Wofür sind wir schlicht und ergreifend nicht die beste Wahl?
00:14:36: Der vierte Punkt, das ist gerade in kleinen Unternehmen der Lebensretter.
00:14:42: Bevor ihr euch euren Ruf versaut, weil ihr Dinge macht, die ihr nicht gut könnt, lehnt den Auftrag ab.
00:14:47: Den Ruf kriegt ihr nicht wieder gerade gebogen, aber ihr findet irgendwo einen anderen Auftrag, wenn ihr es richtig macht.
00:14:53: Warum ist das noch so?
00:14:54: Weil du dann Aufträge nicht mit deinem Nervenkostüm und mit deiner Gesundheit bezahlst.
00:15:01: Aufträge, die ihr nicht gut könnt, die gehen in der Regel auch in die Wicken.
00:15:05: Und dadurch entsteht Stress.
00:15:08: Ihr baut euch euren Stress permanent, weil ihr für die falschen Kunden das Falsche tut.
00:15:14: Oder, wie Oma schon immer gesagt hat, Schuster bleibt bei deinen Leisten.
00:15:20: Stell dir mal vor, du hast eine kleine Agentur oder ein kleines Dienstleistung zu nehmen.
00:15:23: Da kommt ein Kunde rein und der sagt, jo, wir brauchen ganz schnell dies und das, aber wir haben enge SPG.
00:15:29: Und mach uns bitte auch gleich mal die Strategie fertig und das Design und die Texte und die Umsetzung, aber ich brauche das in der nächsten Woche.
00:15:38: So.
00:15:39: Und natürlich kriegt man das irgendwie hin, überstunden Nachtschichten.
00:15:43: Kompromisse an Qualität und so weiter, viel, viel Stress.
00:15:46: Jetzt müsst ihr die Mission greifen.
00:15:48: Wenn deine Mission sauber formuliert ist, dann kannst du in einem Satz entscheiden.
00:15:52: Dieser Auftrag passt nicht zu uns, weil wir nur für Kunden arbeiten, Kommadie.
00:15:56: Punkt, Punkt, Punkt, Punkt.
00:15:58: Ja, also die Mission ist nicht, was wir können, sondern Mission heißt, wir entscheiden uns aktiv dafür, dieses und das zu tun und das und das nicht zu tun.
00:16:09: Mission ist keine Selbstbeweihräucherung.
00:16:13: was wir alles drauf haben.
00:16:14: Mission ist, ich kann zwar alles, aber ich entscheide mich dafür, nur diese zehn Dinge zu tun, nur diese fünf Dinge zu tun oder im Idealfall nur dieses eine Ding zu tun.
00:16:24: und das mache ich gut und zwar besser als alle andere.
00:16:27: Und ich weiß auch dann ganz genau, was ich nicht tun will.
00:16:31: Ihr könnt so eine Vorlage wählen, die besteht eigentlich aus vier Setzen.
00:16:35: Wir arbeiten primär für Doppelpunkt.
00:16:39: Ausfüllen.
00:16:40: Wir lösen Doppelpunkt, folgendes Problem.
00:16:43: Und das tun wir, indem wir Doppelpunkt beschreiben, wie er arbeitet.
00:16:48: Und wir sind nicht die beste Wahl, wenn Doppelpunkt ausfüllen.
00:16:53: Also wir arbeiten primär für, wir lösen, wir tun das indem wir.
00:16:58: Das ist die Mission.
00:16:59: und dann als ergänzender Satz dazu und wir sind nicht die beste Wahl, wenn Punkt, Punkt, Punkt.
00:17:04: Versuch das mal in dieser Form aufzubauen.
00:17:07: Unglaublich schwierig, weil hier nämlich auf einmal aus der Laberei rauskommt und kurz formulieren müsst.
00:17:15: Ich verwechsel das immer wieder, aber irgendjemand schrieb an irgendwem.
00:17:18: entschuldige Bitte, dass mein Brief so lang geworden ist, für einen kurzen hatte ich keine Zeit.
00:17:23: Heißt also, je kürzer und prägnanter ihr formulieren wollt, desto schwieriger und zeitaufwendiger ist das.
00:17:29: Aber die Arbeit lohnt, warum habe ich schon zwei, drei mal gesagt, komm ich nachher aber auch noch mal drauf.
00:17:34: Wenn du das formuliert hast für dich, dann mach mal so ein Härtetest für deine Mission.
00:17:39: Nimm den nächsten Auftrag, der reinkommt.
00:17:41: Dein Team kennt die Mission.
00:17:43: Und dann probier mal aus, ob das Team in der Lage ist, auf Basis der Mission, der Vision diesen Auftrag anzunehmen oder abzulehnen.
00:17:52: Und zwar ohne eine halbe Stunde Diskussion.
00:17:55: Im Idealfall müsste das Team sagen, ja, wieso ist er ganz klar?
00:17:58: Wir machen dies und das und das machen wir für den und den.
00:18:00: Und das stimmt bei diesem Auftrag nicht, also lehnen wir den Auftrag ab.
00:18:03: Ja, ja, ja.
00:18:04: Oder die sagen, Jo, Kunde passt.
00:18:07: Was wir machen, passt.
00:18:08: Nimm mal an den Auftrag.
00:18:10: Super.
00:18:12: Der nächste Block.
00:18:13: Werte.
00:18:15: Die Werte sind eigentlich die Entscheidungsregeln im Konfliktfall.
00:18:20: Werte werden nicht für Sonnenschein aufgestellt, sondern Werte werden eigentlich aufgestellt, wenn es um die Wurst geht, wenn es schwierig wird, wenn es regnet.
00:18:28: Dafür sind die Werte da.
00:18:30: Und in den meisten Leitbildern steht irgendeine Liste von Adjektiven oder von anderen Substantiven, wie zum Beispiel Respekt, Qualität, Teamgeist, Verantwortung, Familie, ja.
00:18:43: Und da kann man auch nichts gegen haben.
00:18:45: Also Respekt, jo bitte, Qualität, ja, möchte ich auch gerne Teamgeist für die Auswahl, Verantwortung, bitte, ja.
00:18:51: Familie, ja, ja, ja, wer sagt schon, dass er Familie scheiße findet.
00:18:55: Da kann niemand dagegen sein.
00:18:57: Und genau das ist das Problem.
00:19:00: Wenn jeder zustimmen kann, wenn jeder diese Werte toll findet, jeder, dann sind diese Werte viel zu weich und viel zu schwammig, viel zu weichwürstelig, um Führung ins Unternehmen reinzukriegen.
00:19:13: Sie sind keine Entscheidungsregeln für Zielkonflikte.
00:19:17: Ein Wert ist nur dann ein Wert, wenn er dich in einer Situation zu einer Entscheidung zwingt, die dich auch kurzfristig was kosten kann.
00:19:25: Dann ist es richtig, das muss wie tun.
00:19:27: Werte müssen wie tun, weil Werte dir sagen in erster Linie, was es kostet und was du nicht tust.
00:19:35: Also, wenn ich mich für A oder B entscheiden muss, entscheide ich mich für A. Vorkommen wurscht, was es kostet.
00:19:42: Also, wenn kurzfristiger Umsatz gegen pass zu uns steht, dann entscheiden wir uns für pass zu uns und schmeißen den Umsatz weg.
00:19:51: Klammer auf.
00:19:52: Es sei denn, ich sitze im Saal und hab den Finger in der Nase und nix zu tun, bitte, dann kann man noch den neuen Satz mitnehmen.
00:19:59: Aber eigentlich nicht.
00:20:01: Wenn Tempo gegen Sorgfalt steht und Sorgfalt ist unser Wert, dann entscheiden wir uns für die Sorgfalt, nicht für Tempo.
00:20:09: Wir lehnen Aufträge ab.
00:20:10: Wenn es schnell gehen muss, kannst du das bitte bis gestern fertig machen?
00:20:14: Nee, kreihe ich nicht.
00:20:15: Wenn Harmonie gegen Klarheit steht, Entscheinen wir uns für Klarheit.
00:20:20: Wir bei uns haben eine sehr offene Fehlerkultur.
00:20:23: Wir reden oft mit unseren Kunden über Fehler.
00:20:26: Egal wer den gemacht hat und wir reden auch untereinander, darüber wer den Fehler gemacht hat.
00:20:32: Die meisten Fehler im Übrigen nur als kleiner Einschub, die bei uns im Unternehmen existieren oder vorkommen, sind Prozessfehler.
00:20:37: Das heißt, der Prozess war nicht gut.
00:20:40: Und jetzt dürft ihr dreimal raten, wer diese Prozesse aufgebaut hat.
00:20:44: Richtig geraten.
00:20:44: Das war ich.
00:20:46: Das heißt... Die meisten Fehler, die bei uns entstehen im Unternehmen, sind meine Fehler.
00:20:51: Also müssen wir den Prozess anpassen und müssen dafür sorgen, dass noch Möglichkeit diese Fehler nicht mehr auftreten.
00:20:56: Ja, permanente Verbesserung.
00:20:59: Zurück zu unserer Montagmorgen-Szene.
00:21:01: Der Kunde hat reklamiert und fordert kostenloses Aufräumen, fordert kostenlose Nacharbeit.
00:21:07: Dann kannst du ja mal ausprobieren, was dann passiert bei dem Unternehmen.
00:21:12: Der eine Mitarbeiter will nachgeben, weil Kunden hier in eurem Leitbild drin steht.
00:21:18: Der Mitarbeiter B will das ablehnen, weil wir wissen ja, the Ragels sind the Ragels.
00:21:22: Und am Ende landet das Ganze bei dir auf dem Tisch und du musst als Richter entscheiden.
00:21:27: Das passiert, wenn du kein Leitbild hast.
00:21:30: Die Konfliktregel, die hier ist also, es steht Kulanz gegen Verlässlichkeit.
00:21:36: Und wir entscheiden uns innerhalb bestimmter Grenzen immer für Fairness, dass wäre die Konfliktregel und heißt konkret.
00:21:41: Wir prüfen diesen Fall, der da jetzt auf dem Tisch liegt, anhand von klaren Kriterien.
00:21:45: Also was ist die Ursache?
00:21:47: Wer hat die Verantwortung und bieten dann eine Lösung an, die fair ist, aber natürlich nicht alles kostenlos.
00:21:54: Eins ist klar für mich, wenn wir Mist gemacht haben, dann fährt man da hin und räumt das wieder auf.
00:21:59: Wenn wir keine Schuld daran haben, dass... Dieser Schaden, der da entstanden ist, oder die schlechte Arbeit, dass da die Schuld nicht komplett bei uns liegt, dann müssen wir auch den Kunden darauf hinweisen und sagen, du passst auf das nicht, ausschließlich unsere Schuld, aber wir machen halbe, halbe oder irgendwie eine vernünftige Lösung finden und wir kommunizieren das auch transparent.
00:22:19: Das übernehmen wir aus den und den Gründen, das übernehmen wir nicht aus den und den Gründen.
00:22:24: Und dann habt ihr eine klare Verhaltensregel.
00:22:27: Also man gibt eben genau nicht reflexartig nach, damit Ruhe ist.
00:22:31: Ja, wir blocken auch nicht reflexartig ab, damit wir ja recht behalten und wir diskutieren auch nicht endlos darüber, wer Schuld ist, sondern wir machen eine glasklare Vorgehensweise.
00:22:45: Das ist also kein Kuschelwert, den wir da aufgebaut haben, sondern das ist eine betriebliche Regel.
00:22:51: Und dann kann auch jeder Mitarbeiter, auch wenn er neu ist zum Beispiel, entscheiden, Der Kunde droht abzuspringen, wenn wir nicht sofort liefern, obwohl das unsere Qualität gefährdet, kann er neu mit, aber der jetzt entscheidet ohne dich zu fragen.
00:23:04: Wenn ja, dann hast du gute Werte.
00:23:07: Wenn nein, sind deine Werte Deko, können weg.
00:23:11: Kommen wir zum vierten und letzten Block zu den strategischen Zielen.
00:23:15: Und jetzt wird es ein bisschen heikel, weil nach meiner Erfahrung ist es so, dass Unternehmen sich häufig strategische Ziele setzen, die aber gegen die Werte arbeiten.
00:23:26: Ich will euch ein Beispiel geben.
00:23:28: Qualität vor Tempo, das ist euer Wertekranken.
00:23:31: Ihr wollt Qualität liefern, statt Geschwindigkeit.
00:23:35: Jetzt kommst du aber an und setzt ein Ziel, dass du mehr Aufträge pro Woche abarbeiten willst.
00:23:42: Diese beiden widersprechen sich, denn jetzt wird aufs Tempo gedrückt und nicht mehr auf die Qualität geachtet.
00:23:47: Du müsstest in einem solchen Fall das Ziel genauer formulieren, nämlich sagen, wir wollen mehr Aufträge pro Woche schaffen, aber keinesfalls unter Opferung unserer Qualitätsstandards.
00:23:59: Dann funktioniert es.
00:24:00: Dann arbeitest du nicht gegen die Werte.
00:24:04: Also, das ist ein bisschen tricky bei den Zielen.
00:24:06: Die dürfen nicht alles das, was du vorher geschrieben hast, Vision, Mission, Werte.
00:24:10: kontakarieren.
00:24:11: Denn ansonsten bist du wieder der Entscheider, du bist wieder die Feuerwehr und musst dann die Entscheidung treffen.
00:24:18: Machen wir jetzt nur mehr Aufträge oder mehr Qualität.
00:24:21: Was sollen wir jetzt tun?
00:24:23: Also du nimmst durch die Ziele im Zweifel die Verhaltenssicherheit für dein Team, die du versucht hast, über Visionen, Missionen und Werte überhaupt erst möglich zu machen.
00:24:32: Du brauchst also eine vernünftige Zielarchitektur.
00:24:37: Im Maximum nach meiner Erfahrung besteht diese Zielarchitektur aus sechs, etwa sechs Ziele.
00:24:44: Nimm mal sechs Ziele an, das ist das, mit dem ich sehr gerne arbeite.
00:24:48: Und zwar brauchst du ein bis zwei Ergebnisziele.
00:24:51: Also, was soll messbar besser werden, besser sein?
00:24:57: Dann brauchst du sogenannte Treiberziele, zwei bis vier Stück.
00:25:01: Welche Fähigkeiten und Prozesse machen das möglich, musst du messen können.
00:25:08: Und dann ein Stoppziel.
00:25:10: Womit hören wir auf, auch wenn es kurzfristig Geld bringt?
00:25:14: Und dieses Stoppziel, das ist eigentlich das Wichtigste, denn das ist der Lackmus-Test für die Ernsthaftigkeit des, was ihr da tut.
00:25:23: Fokus, Strategie, Ziele, sagt nicht in erster Linie, was du tust, sondern eigentlich beschreibt es alles das, was du nicht tust.
00:25:36: Und durch das Stoppziel... Zwingst du dich dazu, eben Dinge nicht mehr zu machen.
00:25:43: Wenn du feststellst, dass bei deiner Zielformulierung du gegen die Werte verstoßen hast, als wenn du dir die Frage stellst, kann man dieses Ziel, das ich gerade aufgebaut habe, erreichen, ohne die definierten Werte zu verletzen, dann hast du ein scheiß Ziel formuliert.
00:25:56: Dann musst du das bitte nochmal machen.
00:25:58: Also das Ziel muss neu gebaut werden.
00:26:01: Machen wir mal so eine kleine Übung.
00:26:04: Stell dir mal vor, du sitzt in deinem Unternehmen morgens früh, entweder sitzt du alleine oder mit deinem Team, Führungskern, wie auch immer und dann schreibst du mal auf, welche Streitfälle das in deinem Unternehmen so gibt.
00:26:19: Zehn Situationen, die bei euch regelmäßig für Reibung sorgen.
00:26:23: Typische Beispiele.
00:26:25: Ich bringe jetzt mal ein paar Beispiele, kannst du dann durch deine eigene Realität ersetzen.
00:26:29: Preis nach Lass.
00:26:30: Gehen wir im Preis nach Lass, ja oder nein?
00:26:32: Eine Reklamation.
00:26:34: Ist das Kulanz?
00:26:36: Oder gibt's dafür Regeln?
00:26:38: Sonderwünsche.
00:26:39: Machen wir die Sonderwünsche oder lehnen wir die ab?
00:26:41: Der Termin, der gefordert wird, ist unrealistisch.
00:26:45: Sagen wir trotzdem zu oder lehnen wir ab?
00:26:47: Qualität gegen Geschwindigkeit.
00:26:49: Was gewinnt?
00:26:51: Der Mitarbeiter will eine Ausnahme.
00:26:52: Erlaubst du die Ausnahme oder schützt du deinen Standard?
00:26:55: Ein Bewerber ist fachlich top, aber menschlich schwierig.
00:26:59: Stellst du den ein oder nicht?
00:27:01: Ein Kunde passt nicht.
00:27:02: Nimmst den trotzdem.
00:27:03: Du willst eine interne Verbesserung durchführen.
00:27:06: Investierst du oder lässt es einfach laufen?
00:27:10: Es passiert einen Fehler.
00:27:12: Versteckst du den Fehler oder legst du den offen?
00:27:15: Und jetzt nimmst du dir jeden dieser Streitfälle, die ich gerade genannt habe oder die, die bei dir halt die Realität darstellt und sagst, welche Entscheidungsregel gilt bei uns in diesen Fällen, selbst wenn das kurz für sich weh tut.
00:27:28: Nimm mal unrealistischer Termin.
00:27:31: Dann könnte deine Regel sein, wir versprechen nur, was wir halten können, auch wenn der Kunde drängelt.
00:27:36: Damit ist alles gesagt.
00:27:38: Unpassender Auftrag.
00:27:40: Die Regel könnte sein, wir nehmen nur Aufträge an, die zu unserem idealen Kunden und zu unserer Arbeitsweise passen.
00:27:46: Dann kann jeder Mitarbeiter selber entscheiden, ob der Auftrag passt oder nicht.
00:27:51: Wenn Fehler passiert, könnte die Regel sein, wir legen Fehler früh offen und beheben sie, anstatt sie zu kaschieren.
00:27:58: Da weiß auch jeder Mitarbeiter, was zu tun ist.
00:28:01: Und dann hast du auch den Rohstoff für die Werte in deinem Unternehmen.
00:28:06: Werte sind dann nicht so was wie Respekt oder andere Buzzwords, sondern wir legen Fehler offen.
00:28:12: Und das ist klar, das ist beobachtbar, das ist führbar.
00:28:17: Wie gesagt, setz dich mal hin und pass das an deine Wirklichkeit an.
00:28:23: Nach meiner Erfahrung aus vielen Beratungen.
00:28:27: Wirkt so ein Leitbild erst dann, wenn du das nicht in die Schublade stopfst, sondern wenn du für dich selber und für dein Team vier Routinen baust.
00:28:36: Die Routine Nummer eins ist, du stellst nur Menschen ein, die nach den Regeln, die ihr gemeinsam aufgestellt habt oder die du aufgestellt hast, leben können.
00:28:46: Das musst du versuchen, ein Bewerbungsgespräch rauszufinden.
00:28:49: Wie man das macht, ist relativ schwierig.
00:28:51: Komplex ist vielleicht mal ein Thema für eine eigene Podcastfolge.
00:28:55: Regel Nummer zwei ist, oder Routine Nummer zwei ist, wenn du Feedback gibst, dann sagst du nicht nur, hey super, hast du toll gemacht, sondern du sagst, hey das hast du toll gemacht, denn du hast Regel Nummer vier angewendet, super.
00:29:11: Oder du sagst, sorry, das war jetzt leider nicht so gut, weil du das gegen Regel Nummer sieben verstoßen, sodass die Mitarbeiter merken, dass Entscheidungen, die den Regeln entsprechen, gelobt werden und das Entscheidungen, die den Regeln widersprechen, sanktioniert werden.
00:29:27: Und dass du das wahrnennst.
00:29:29: In einem Meeting werden Entscheidungen getroffen werden.
00:29:32: Dann triffst du nicht aber nur eine Entscheidung, sondern die Entscheidung wird begründet und zwar anhand des Leitbildes.
00:29:37: Wir entscheiden uns so, weil unser Prinzip, unsere Regel sowieso, fünf, sechs, sieben, acht Vorrang hat.
00:29:48: Und dann Belohnung.
00:29:50: Ja, du belohnst Verhalten, dass zum Leitbild passt.
00:29:54: Tust du das nicht?
00:29:56: Wird immer nur das kurzfristige Ergebnis gesehen.
00:29:58: Oh, toll, einen Auftrag reingeholt.
00:30:00: Super, gerade Klassiker im Vertrieb.
00:30:03: Die Leute holen Aufträge rein, passen aber nicht zu dem, was er so nehmen will.
00:30:06: Also versuche zu belohnen, wenn jemand die Regeln einhält und sie lebt, statt kurzfristige Ziele zu erreichen.
00:30:18: Und wenn du Diese vier Routinen eingebaut hast, dann wird aus diesem Leitbild eine geliebte Kultur und zwar nicht als Weichwurst-Buzzword in deinem neu aufgestellten Unternehmer Bullshit Bingo, sondern als wirkliche und echte Mechanik in deinem Unternehmen.
00:30:37: Als Achtung, System.
00:30:39: Habt ihr vielleicht schon mal in einem meiner Podcasts gehört.
00:30:42: System schlicht nämlich Intensität.
00:30:46: So, und das, wenn ihr das macht, dann ist da eine saubere Konzeption drin, das bringt Sau-Spaß.
00:30:52: und nicht nur, dass du dein Unternehmen in eine Struktur reinbekommst, die wirklich geil ist, sondern, und das ist eigentlich noch mit das Schönste daran, du bringst mal deine eigene Birne in Ordnung, ja, und das Leben danach wird für dich viel, viel besser, also jedenfalls in dem Bereich.
00:31:15: als Fußball erfunden wurde, da gab es keine Regeln.
00:31:19: und stell dir heute mal Fußball ohne Regeln vor.
00:31:22: Nur durch Regeln wird Fußball als Sport überhaupt massentauglich, weil nämlich überall die Regeln gleich sind.
00:31:31: Und wie ist das in deinem Unternehmen?
00:31:33: Du stellst den Fußballplatz zur Verfügung, schmeißt den Ball aufs Feld und sagst dann mach mal wie ihr denkt.
00:31:39: Und dann wunderst du dich, dass das was da entsteht überhaupt gar nichts mit zum Fußballspiel zu tun hat, wie du das gerne sehen würdest und wie du dir das wünschen würdest.
00:31:47: Ist kein Wunder, ne?
00:31:49: Aber das Tolle ist, ist dein Unternehmer.
00:31:51: Ender das.
00:31:52: Du machst dir regeln.
00:31:54: Du bist ein Unternehmer.
00:31:55: Ist das kompliziert?
00:31:57: Jo.
00:31:57: Ist kompliziert.
00:31:58: Aber denk dran, du bist heute morgen ja nicht aufgestanden, um durchschnittlich zu sein.
00:32:02: Also, Hebel on the Table.
00:32:05: So, wir sind fast am Ende dieser Folge, ich sage nur fast, denn jetzt kommt, wie immer, Zum Schluss der Workout-Buttsmart-Tipp und diesmal natürlich mit dem ersten Tipp, wie du dir dein Light-Bild aufbauen kannst, wie du da vorgehen kannst.
00:32:22: Hier ist der Tipp, den du morgen umsetzen kannst ohne Projekt, ohne Workshop, ohne Beraterromantik.
00:32:28: Mach einfach mal eine Konfliktprobe mit deinem Light-Bild, egal ob das bislang nur in deinem Kopf existiert oder ob es irgendwo in der Wand hängt.
00:32:36: Du schreibst Zehn echte Konfliktsituationen auf, die bei dir im Unternehmen passieren.
00:32:42: Und dann rufst du dein Team zusammen.
00:32:44: Haust diese zehn Dinger auf den Tisch oder an die Wand oder ist mir egal, wo du das hinaus.
00:32:49: Und dann lässt du jeweils eine Person in deinem Team entscheiden.
00:32:55: Und zwar Begründung.
00:32:57: Ja?
00:32:58: Ich entscheide, das würden wir so und so machen und meine Entscheidung lautet deswegen so, weil.
00:33:05: Doppelpunkt.
00:33:06: Und wenn dann ... Die Antwort schwammig wird oder ausschweifend, zehn Minuten Text oder solche Sachen wie, ja, weil wir Kundenorientationen, also kommt dann wieder Bullshit-Bingo, ja, dann ist das Signal, dass du daraus mitnimmst, du hast gar kein Leitbild.
00:33:22: Jeder entscheidet irgendwie so, wie es ihm gerade einfällt.
00:33:26: Und wenn du das häufiger machst mit deinem Team, dann kannst du die Begründungen sammeln und dann kristallisiert sich eigentlich das geliebte Leitbild daraus raus.
00:33:36: Das dauert ein bisschen, aber es hilft.
00:33:39: Und dann kannst du überprüfen, ob das, was du als Leitbild liebst, ob das mit dem, das du im Kopf hast oder was an der Wand gekritzelt ist, ob das überhaupt übereinstimmt.
00:33:49: Und denk dran, ein Leitbild ist dann gut, wenn es dir Entscheidungen abnimmt und nicht, wenn es dir Applaus bringt.
00:33:57: Viel Spaß.
00:34:00: Das war Work Hard But Smart, der Podcast für Wachstum und finanzielle Sicherheit.
00:34:05: Ich bin Olaf Rosenbaum, ich bin Steuerberater und Strategieberater.
00:34:08: Ich sage danke, danke, dass du dabei warst.
00:34:11: Wenn dir die Folge gefallen hat, dann freue ich mich über deine Bewertung, ich freue mich über eine Empfehlung oder ganz besonders über ein ehrliches Feedback.
00:34:19: Denn nur so wird aus einer guten Idee eine Bewegung.
00:34:22: Und bis zum nächsten Mal, denkt dran, harte Arbeit ist gut, aber nur smart wird sie wirksam.
00:34:27: Work Hard But Smart, bis bald.
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